Sexuelle Übergriffe: Statistik widerlegt Team Stronach

BERICHT. Auch in Österreich kam es laut Innenministerium in der Silvesternacht zu Straftaten, Gesamtzahl geht den vorläufigen Zahlen zufolge jedoch zurück.

Das Team Stronach sorgt vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise für Hysterie: Klubobmann Robert Lugar verteilte am Montag auf einer Pressekonferenz Pfeffersprays, damit sich österreichische Frauen gegen Übergriffe wehren könnten. Schon zu Beginn des Jahres sandte er Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) eine parlamentarische Anfrage unter dem Titel: „Auswirkungen der Flüchtlingskrise: ,Sexmob-Anzeigen, etc.’“ Die Antwort liegt nun vor. Ergebnis: Die Zahl der Straftaten geht den vorläufigen Zahlen zufolge zurück.

Zu behaupten, dass es gar kein Problem gibt, wäre unsinnig. Auch in Österreich wurden in der Silvesternacht „strafbare Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung“ registriert. 24 nämlich. „Wien und Salzburg waren dabei die am häufigsten betroffenen Städte“, so Mikl-Leitner.

Die meisten Übergriffe gegen Frauen hätten auf öffentlichen Veranstaltungen stattgefunden: „Dort bildeten sich, überwiegend vor aufgebauten Veranstaltungsbühnen, kleine Gruppen von Männern (acht bis zehn Personen) welche die Opfer durch Tanzen zur Musik umkreisten. Sobald die Opfer eingekreist waren, erfolgten die Übergriffe. In Einzelfällen wurden Frauen auch von einzelnen Männern an öffentlichen Orten in gebrochenem Deutsch oder Englisch angesprochen. Trotz Bitte der Frauen, sie in Ruhe zu lassen, kam es auch dabei zu Übergriffen.“ Weitere Details nennt Mikl-Leitner nicht: „Auf Grund der noch laufenden Ermittlungen sowie der Nichtöffentlichkeit der Ermittlungsverfahren im Auftrag der Strafjustiz wird um Verständnis ersucht, dass von einer detaillierten Beantwortung der Fragen Abstand genommen werden muss.“

Derartige Vorfälle haben bisher nicht dazu geführt, dass die Gesamtzahl einschlägiger Straftaten zunimmt. Das Gegenteil ist der Fall: Von 2012 bis 2015 ist sie laut der Anfragebeantwortung von 4789 kontinuierlich auf 4159 gesunken. Im Jänner 2016 waren es 343 – mal zwölf ergäbe 4116. Mikl-Leitner weist allerdings darauf hin, dass es sich um Rohdaten handle: „Ergo können aus diesem Zahlenmaterial weder die gegenwärtige kriminalpolizeiliche Lage noch Trends bzw. Aussagen über die Sicherheitslage und die Kriminalitätsbelastung abgeleitet werden.“

Artikel Schlagwörter : Strafen, Sexualstrafrecht, Kriminalität
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