Schleichende Umverteilung

ZAHLEN ZUM TAG. Aufkommen von Einkommen- und Konsumsteuern entwickeln sich sehr unterschiedlich. Und dabei gibt es eine Nebenwirkung.

Die Wirkung der Steuerreform 2016 lässt nach. Das wird auch im Aufkommen der Einkommensteuern (Lohn- und Einkommensteuer) bemerkbar: Hat es von Jänner bis August des vergangenen Jahres 18,15 Milliarden Euro betragen und ist damit um ziemlich genau eineinhalb Milliarden Euro niedriger gewesen als im Vergleichszeitraum 2015, so ist es heuer wieder um eine halbe Milliarde Euro auf 18,68 Milliarden Euro gestiegen. Wobei die Entwicklung natürlich auch auf eine wachsende Einkommenssumme (mehr Beschäftigte, höhere Löhne etc.) zurückzuführen ist.

Auf der anderen Seite ist das Konsumsteuer-Aufkommen zuletzt noch stärker gestiegen: Von Jänner bis August 2016 um eine Milliarde Euro gegenüber 2015; und heuer wiederum um eine weitere Milliarde Euro auf 24,39 Milliarden Euro. In dieser Summe berücksichtigt sind die Umsatzsteuer (18,79 Milliarden Euro), die Mineralölsteuer (2,89 Mrd.), die Motorbezogene Versicherungssteuer (1,48 Mrd.) und die Tabaksteuer (1,23 Mrd.); das sind die größten. Auch diese Entwicklung ist nachvollziehbar: So ist aufgrund der Steuerreform vielen „netto“ ein bisschen mehr geblieben; und das haben sie ausgegeben. Außerdem ist die Entlastung zu einem guten Teil „gegenfinanziert“ worden – und zwar durch Maßnahmen zur Erhöhung des Umsatzsteuer-Aufkommens.

Die unterschiedliche Dynamik bei Einkommens- und Konsumsteuern ist vor diesem Hintergrund auch eine gewisse Umverteilung: Einkommensteuern belasten nämlich eher Mittel- und Oberschicht, Konsumsteuern dagegen Unter- und Mittelschicht (vgl. WIFO-Studie „Umverteilung durch den Staat in Österreich")

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