Schattenseite einer Entlastung

ANALYSE. Gerade dort, wo die Arbeitslosenversicherung besonders wichtig ist, zahlen künftig noch mehr Beschäftigte keine oder reduzierte Beiträge.

Kleine Einkommen entlasten ist gut. Einerseits. Andererseits hat das aber auch eine Schattenseite. Doch eines nach dem anderen: Wenn künftig noch mehr Beschäftigte keine oder reduzierte Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlen sollen, bleibt den Betroffenen netto zunächst mehr auf dem Konto. Längerfristig führt das jedoch zu einem neuen Problem: Besonders auch in Branchen, in denen das Lohnniveau relativ niedrig und die saisonale Arbeitslosigkeit verhältnismäßig hoch ist, reduziert sich die Beitragsleistung.

Der Arbeitgeberbeitrag von drei Prozent soll den Regierungsplänen zufolge unverändert bleiben. Der Beitrag der Dienstnehmer, den diese unmittelbar spüren, soll jedoch weiter eingeschränkt werden: Die Grenze, bis zu der gar keiner fällig werden soll, wird auf 1648 Euro erhöht; und die Grenze darüber, bis zu der es nur einen reduzierten geben soll, auf 1948 Euro brutto im Monat angehoben.

Davon profitieren werden Beschäftige mit entsprechend niedrigen Einkommen. Vor allem in Branchen also, in denen die Bezahlung nicht überdurchschnittlich, sondern eher mäßig ist. Und damit auch in solchen, in denen es Jobs nur saisonal gibt, zwischendurch die Leute also besonders oft auf ein Arbeitslosengeld angewiesen sind; wozu wie berichtet insbesondere der Bau und mehr noch der Tourismus zählen.

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Kommentare

Nicht berücksichtigt oder zumindest nicht thematisiert wird bei der ganzen Sache, dass der Wegfall der ALV die Bemessungsgrundlage für die Lohnsteuer/Einkommensteuer erhöht. Somit wird zum Teil von der AL-Versicherung umgeschichtet zum Steuer-Aufkommen.

Bild des Benutzers Johannes Huber

Sehr geehrter Herr Kober, vielen Dank für den Hinweis. Diesem Aspekt haben wir eine eigene Geschichte gewidmet > http://www.diesubstanz.at/content/weniger-beitr%C3%A4ge-mehr-steuern Mit freundlichen Grüßen, Johannes Huber

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