Neue SPÖ

ZAHLEN ZUM TAG. Mit der Nationalratswahl ist die Sozialdemokratie mehr zu einer urbanen Akademikerpartei geworden.

Auf den ersten Blick hat sich mit dieser Nationalratswahl für die SPÖ nichts geändert. Zumindest, was das Ergebnis betrifft: 26,9 Prozent entsprechen weder einem Verlust, noch einem nennenswerten Gewinn. Das sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Partei eine ziemlich neue Wählerschaft hat.

Laut SORA-Wahltagsbefragung verlor die SPÖ bei den Arbeitern fünf Prozentpunkte und kam nur noch auf 19 Prozent. Bei den Selbstständigen dagegen konnte sie ihren Anteil von fünf auf 14 Prozent verdreifachen. Ungefähr gehalten hat sie sich bei all jenen, die über einen Pflichtschulabschluss nicht hinausgekommen sind. Von neun auf 31 Prozent extrem stark verbessern hat sie sich jedoch bei Akademikern.

Das ist eine Richtungsentscheidung, die summa summarum nicht zum Nachteil gereichen muss: Akademiker bilden vor allem in Ballungsräumen wachsende und relevante Bevölkerungsruppen. In Wien zählt laut Statistik Austria jeder Vierte 25- bis 64-Jährige dazu.

Womit es wohl auch kein Zufall ist, dass die SPÖ in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern am 15. Oktober deutlich besser abgeschnitten hat als im übrigen Land: In Wien, Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck erreichte sie 33,1 Prozent (plus 3,9 Prozentpunkte), ansonsten nur 24,9 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte).

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Artikel Schlagwörter : SPÖ, Kern, Ludwig, Schieder, Niessl, Doskozil
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Kommentare

"Unter Kern hat sich die SPÖ in eine eher urbane Akademikerpartei gewandelt"
Also das ist wohl zu hoch gegriffen, sie war bei dieser Wahl das Auffangbecken für die zerschossenen Grünen, das als Richtungsänderung unter Kern ist schon ziemlich absurd. Hätte es die Grünen nicht zerlegt, wäre genau keine dieser Stimmen zur SPÖ gewandert und die SPÖ wäre unter 20% gefallen.

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