Multimillionärin WKO: Mitterlehner legt Finanzen offen

BERICHT. Kammereinnahmen 2013: Mehr als 600 Millionen Euro. Ein Zehntel davon für Pensionen ausgegeben.

Was die Wirtschaftskammer Österreich und ihre Ländertöchter nicht zusammengebracht haben, hat Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) als Chef der Aufsichtsbehörde nun im Zuge einer parlamentarischen Anfragebeantwortung tun müssen: die Kammerfinanzen offenlegen. Der NEOS-Abgeordnete Josef Schellhorn hatte sich danach erkundigt und bekam soeben ein zehnseitiges Tabellenkonvolut übermittelt; diesem sind die wichtigsten Zahlen für die Jahre 2004 bis 2013 zu entnehmen.

Zunächst zu den Kammerumlagen: Während sich die Arbeiterkammer über ein Plus von mehr als 40 Prozent in den zehn Jahren freuen konnte, musste sich die Wirtschaftskammer mit einem Zuwachs von einem Viertel begnügen. 2013 betrugen die Einnahmen in Summe 477,4 Millionen Euro. 192,2 Millionen Euro entfielen auf die Bundeswirtschaftskammer WKO.

Daneben haben die Kammern freilich noch weitere Einnahmequllen, die ihnen 2013 weitere 154,1 Millionen Euro brachten; dabei handelt es sich um Gebühren- sowie Waren- und Leistungserlöse, die nicht näher definiert sind. Bemerkenswert ist, dass es dabei erhebliche Unterschiede gibt: Die Wirtschaftskammer Wien lukrierte mit 38,7 Millionen Euro mit Abstand am meisten. Die kleine Vorarlberger Kammer kam auf immerhin 11,7 Millionen Euro. Die Wirtschaftskammer Kärnten ist mit 1,8 Millionen Euro Schlusslicht.

Umlagen und die weiteren Erlöse zusammengerechnet, haben die Wirtschaftskammern 2013 631,6 Millionen Euro eingenommen. Mit 61,8 Millionen Euro immerhin ein gutes Zehntel davon gaben sie für „Ruhe- und Versorgungsbezüge ehemaliger Mitarbeiter“ aus. Wobei 31,9 Millionen Euro allein auf die WKO entfielen.

Mit 649,6 Millionen Euro sogar höher als die Gesamteinnahmen 2013 war in diesem Jahr auch der Stand der Rücklagen, die die Kammern für diverse Verpflichtungen gebildet hatten.

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