Liste Pilz: Sammelbecken ohne Zentrum

ZAHLEN ZUM TAG. Die Wählerschaft der Kleinpartei ist extrem bunt – und schon daher ohne Pilz nur schwer zusammenzuhalten.

Was 223.543 Österreicherinnen und Österreicher dazu bewogen hat, die Liste Pilz zu wählen, kann man nur erahnen. Weil das halt doch nur verhältnismäßig wenige sind (gemessen an allen fünf Millionen, die eine gültige Stimme abgegeben haben), werden die Motive in der SORA-Wahltagsbefragung nicht extra ausgewiesen; zu groß wäre die Schwankungsbreite. Man wird aber nicht weit daneben liegen, wenn man davon ausgeht, dass zwei Gründe eine beträchtliche Rolle gespielt haben: Peter Pilz und „Kontrolle“; damit hat sich der 63-Jährige nicht zuletzt in diversen U-Ausschüssen einen Namen gemacht.

Ohne Pilz hat die Liste Pilz schon daher ein Problem: Sie muss, wenn sie das denn will, ihren Wählern ein neues Angebot schaffen. Was gar nicht so einfach ist: „Aufdecker“ kann man zwar sein wollen; man muss das vor allem aber auch sein können. Dazu gehört eine gewisse Kompetenz. Erschwerend kommt hinzu, dass die Wählerschaft der Liste extrem bunt ist: Mit 67.000 mehr als ein Viertel der Pilz-Wähler kam gegenüber der Nationalratswahl 2013 von den Grünen (was im Übrigen 1,3 Prozentpunkten entspricht). Jeweils mehr als ein Achtel (32.000 bzw. 31.000) stammte wiederum von den Sozialdemokraten und den NEOS. Ebenso viele waren zuletzt Nichtwähler gewesen. Und zusammen immerhin 36.000 kamen aus dem Mitte-Rechts-Lager, also von ÖVP, FPÖ, dem Team Stronach und dem BZÖ.

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Artikel Schlagwörter : Pilz
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