Inserate: Türkise Ministerien bei „Österreich“ weit vorne

ZAHLEN ZUM TAG. Auftragsvolumen von Kurz und Co. für die Tageszeitung im 2. Quartal um die Hälfte größer als beim Koalitionspartner.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat Montagabend bekanntgegeben, dass seine Partei keine Wahlkampfinserate mehr in der Tageszeitung „Österreich“ schalten werde. Den Vorwurf der Wehleidigkeit kann man vor dem Hintergrund der jüngsten Berichterstattung gegen ihn erheben, sollte dabei jedoch nicht vergessen, wie weit das Blatt bzw. dessen Herausgeber Wolfgang Fellner bereits gegangen ist; SPÖ hat er schon einmal als Abkürzung für „Sauhaufenpartei“ bezeichnet.

Vom Boykott nicht betroffen sein sollen Regierungsinserate. Doch im 2. Quartal 2017 war das Bundeskanzleramt in der Boulevardzeitung ohnehin nicht groß vertreten. Im Vergleich zumindest: Mit einem Inseratenvolumen von 22.474 Euro lag es an viertletzter Stelle – das Familienministerium (ÖVP) brachte es auf 20.942,56 Euro, das Justiz- und das Wissenschaftsministerium (beide ÖVP) auf gar nichts. Andere ÖVP-geführte Ressorts ließen es sich nicht lumpen: An der Spitze standen das Innenministerium mit 192.961,05 Euro und das Finanzministerium mit 116.121,04 Euro. Erst dann folgten drei „SPÖ-Ministerien“ mit rund 64.000 (Gesundheit) bis knapp 80.000 Euro (Verteidigung).

Insgesamt betrug das Volumen der Regierungsinserate für „Österreich“ 765.000 Euro. 310.000 Euro davon entfielen auf SPÖ-geführte Ressorts und mit 455.000 Euro um die Hälfte mehr auf türkise.

2016 sahen die Verhältnisse freilich noch ganz anders aus, wie dieSubstanz.at berichtete: Damals steckte das rote Verkehrsministerium nicht nur insgesamt am meisten in Inserate - allein und gemeinsam mit anderen sozialdemokratisch Ministerien tat es das auch bei „Österreich“ (siehe Berichte dazu).

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Artikel Schlagwörter : Inserate, Medien, Transparenz, ÖVP, SPÖ
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