#Familienbeihilfe Wenn sich die Indexierung „ganz“ durchsetzt

ZAHLEN ZUM TAG. Auch in Österreich sind die Lebenshaltungskosten extrem unterschiedlich: Mieten sind in Salzburg z.B. um zwei Drittel höher als in Kärnten. 

In Europa sollte es nicht zuletzt bei den Familienleistungen keinen Unterschied mehr machen, wo die Kinder des Arbeitnehmers Mayer und die seines, sagen wir aus Deutschland stammenden Bürokollegen Müller leben; so lautet zumindest die Denkschule, die davon ausgeht, dass eine Indexierung nach jeweiligen Lebenshaltungskosten in bestimmten Mitgliedsstaaten EU-rechtswidrig ist. Umgekehrt könnte dies möglicherweise bedeuten, dass eine Unterscheidung für alle sehr wohl möglich wäre. Also auch eine, die Österreicher betreffen würde.

Es ist ja wirklich so: Wer in Vorarlberg lebt, ist mit wesentlich höheren Kosten konfrontiert als jemand, der im Burgenland zu Hause ist. Im äußersten Westen kostet ein Restaurantbesuch (gefühlt) doppelt so viel. Ganz zu schweigen von einem Grundstück. Genauere Daten zu den Lebenshaltungskosten nach Bundesländern sind insgesamt leider nicht verfügbar.

Was es gibt, ist jedoch dies: Wohnen belastet die Haushaltsbudgets so ziemlich am meisten. Und z.B. die durchschnittlichen Mietkosten pro Quadratmeter werden von der Statistik Austria ausgewiesen; sie haben eine gewisse Aussagekraft: 2016 waren sie in Kärnten mit 5,50 Euro am niedrigsten und in Salzburg mit genau neun Euro am höchsten. Bei 100 Quadratmetern, die mit  Kindern nötig werden können, musste man in Kärnten also 550 Euro hinlegen und in Salzburg 900 Euro. Anders ausgedrückt: In Salzburg braucht man für Vergleichbares zwei Drittel mehr Geld. Doch darauf wird bei staatlichen Leistungen nicht Rücksicht genommen; zumindest noch nicht.

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Artikel Schlagwörter : Familienbeihilfe, Familien, Sozialleistungen
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Kommentare

Das Problem ist ein uraltes, lustig, wie jetzt alle aufspringen.
Es ist ein Phänomen des Journalismus, dass die Protagonisten oft Altes für neu und spannend halten, nur weil sie es eben erfahren haben.
Seit "ewig" zahlen Unternehmen je nach Land unterschiedliche Auslandszulagen, seit ewig sind Auslandsdiäten je nach Destination unterschiedlich hoch.
Seit "ewig" offenbart sich das obengenannte Problem in Gehältern von großen Unternehmen, meist auch in KV festgeschrieben und von der Gewerkschaft abgesegnet, in denen die Einkommen österreichweit gleich sind trotz unterschiedlicher Lebenshaltungskosten.

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